Pivot

Pivot Fotos von Johannes Groß11

In ihrem Pivot-Project untersucht die Autorin Anne-Kathrin Heier gemeinsam mit dem Kontrabassisten Johannes Alisch Bezüge zwischen den klassischen Formaten Lesung und Konzert. Während sich Erwartungen gegenüber den zwei Bühnenformen gemeinhin auf das Abgeschlossene oder Verfertigte richten – das heißt: den Romanauszug, das Repertoire oder das Paradestück – wird hier der Blick auch auf Strategien der Entstehung musikalischen Materials und literarischer Sujets gerichtet und mit dem jeweiligen Gegenüber verschränkt. Wo Klang ist, da sind auch Beschreibungen und wo Worte gefunden werden, da klingen sie auch – und wo noch Nichts ist, da ist einiges im Kommen.

Während des Dialogs schöpfen beide Parts aus ihrer je eigenen erzählerischen Kraft und fordern einander heraus: mal als Provokation, mal als Unterstützung für das Gegenüber, mal als Störung oder Bruch, mal als Verzierung der Stille. So findet auch eine Suche nach Ähnlichkeiten statt, die unweigerlich in Grenzbereiche führt.

Seit der Premiere im Januar 2013 in der Akademie Schloss Solitude arbeiten die Autorin und der Musiker kontinuierlich an der Weiterentwicklung des Formats. So sind bisher drei Teile entstanden, die sich unter den Arbeitstiteln Straßen, Verlängerung und schließlich Material zu einem Ganzen fügen, das sich rhizomartig erweitert.